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Was treibt dich an?

Die 5 Inneren Antreiber

Jeder Mensch wird von inneren Überzeugungen und Bedürfnissen gesteuert, die unser Handeln beeinflussen, oft ohne dass wir es bewusst merken. Diese inneren Antreiber bestimmen, wie wir auf Stress reagieren, wie wir mit Herausforderungen umgehen und welche Ansprüche wir an uns selbst stellen.

Wenn Du sie kennst, kannst Du sie bewusst nutzen, statt von ihnen gesteuert zu werden.

So liest du deine Auswertung

Wenn du deine Punktzahl aus der E-Mail mit den Beschreibungen der Inneren Antreiber vergleichst, kannst du erkennen, welche dieser inneren Kräfte dich am meisten beeinflussen.


So liest Du Deine Auswertung

Deine E-Mail zeigt Dir fünf Punktzahlen und Deinen persönlichen Durchschnitt. Lies sie in zwei Schritten, denn erst beide zusammen ergeben das vollständige Bild.


Schritt 1: Die absolute Lesart

Sie zeigt Dir, wie stark ein Antreiber für sich genommen ausgeprägt ist.

•  10 bis 23 Punkte: schwach ausgeprägt. Dieser Antreiber spielt bei Dir im Moment keine grosse Rolle.

•  24 bis 36 Punkte: mittel ausgeprägt. Dieser Antreiber wirkt situativ, vor allem unter Druck.

•  37 bis 50 Punkte: stark ausgeprägt. Dieser Antreiber steuert Dein Verhalten deutlich und ist eine mögliche Stressquelle.


Schritt 2: Die relative Lesart

Menschen kreuzen unterschiedlich an. Die einen stimmen grundsätzlich eher zu, die anderen sind zurückhaltender. Deshalb sagt die Punktzahl allein noch nicht, welcher Antreiber Dich persönlich am stärksten prägt. Genau das zeigt der Vergleich mit Deinem eigenen Durchschnitt.

•  Mehr als 5 Punkte über Deinem Durchschnitt: Das ist ein prägender Antreiber. Hier lohnt sich Deine Aufmerksamkeit am meisten.

•  Innerhalb von 5 Punkten um Deinen Durchschnitt: Dieser Antreiber wirkt situativ mit, steht aber nicht im Vordergrund.

•  Mehr als 5 Punkte unter Deinem Durchschnitt: Dieser Antreiber spielt bei Dir eine untergeordnete Rolle.


Ein Beispiel

Deine Werte: Sei perfekt 44, Streng dich an 38, Beeil dich 36, Mach es allen recht 34, Sei stark 33. Dein Durchschnitt liegt bei 37.

Absolut betrachtet sind gleich drei Antreiber im starken Bereich. Relativ betrachtet liegt aber nur «Sei perfekt» klar über Deinem Durchschnitt. Er ist Dein prägender Antreiber, dort setzt Du an.



Besondere Ergebnisse

Zwei Antreiber gleichauf: Das ist häufig und kein Widerspruch. Antreiber verstärken sich gegenseitig, zum Beispiel «Sei perfekt» und «Streng dich an». Lies beide Beschreibungen und beginne mit der Erlaubnis, die sich für Dich stimmiger anfühlt.


Alle Werte hoch: Dann verschiebt sich Dein Durchschnitt entsprechend nach oben, und die relative Lesart zeigt Dir trotzdem, welcher Antreiber herausragt. Ein durchgehend hohes Profil ist zugleich ein Hinweis, dass Du im Moment unter erheblichem innerem Druck stehst. Nimm das ernst.


Alle Werte tief: Entweder ist Dein innerer Druck derzeit tatsächlich gering, das wäre eine gute Nachricht. Oder Du hast eher zurückhaltend angekreuzt. Auch dann zeigt Dir die relative Lesart, welcher Antreiber im Vergleich am ehesten wirkt.

Die fünf Antreiber im Detail

Streben nach Fehlerlosigkeit und Höchstleistung

Dieser Antreiber gibt Dir das Gefühl, dass Fehler nicht akzeptabel sind. Du strebst danach, alles richtig zu machen, oft auf Kosten Deiner eigenen Entspannung. Du prüfst Arbeiten mehrfach nach, feilst an Details und fühlst Dich unwohl, wenn etwas unfertig wirkt.

 

Typische Verhaltensmuster

  Du öffnest bereits fertige Arbeiten nochmals, um sicherzugehen.

  Fehler beschäftigen Dich noch lange, nachdem sie passiert sind.

  Du bist erst zufrieden, wenn ein Ergebnis in allen Details stimmt.

  Etwas nur mittelmässig zu erledigen, kommt für Dich kaum in Frage.

  Lob nimmst Du schwer an, weil Du selbst noch Mängel siehst.

 

Deine Stärke

Sorgfalt, Zuverlässigkeit und hohe Qualität. Auf Deine Arbeit ist Verlass, und Du siehst Dinge, die anderen entgehen.

 

Deine Stressfalle

Du bist selten wirklich zufrieden. Der Anspruch, alles fehlerfrei zu machen, kostet viel Zeit und Energie und macht das Abschliessen von Aufgaben schwer.

 

Deine Erlaubnis

Ich darf Fehler machen. Gut ist oft gut genug.

 

Weitere Erlaubnisse, die Du Dir geben darfst

  «Ich darf Fehler machen, sie mir eingestehen und daraus lernen.»

  «Ich bin auch gut genug, wenn nicht alles perfekt ist.»

  «Ich darf Prioritäten setzen und muss nicht alles zu hundert Prozent erledigen.»

  «Ich darf selbst bestimmen, welcher Massstab hier angemessen ist.»

 

Wie Du den Druck abbaust

  Frage Dich vor jeder Aufgabe: Wo sind achtzig Prozent hier völlig ausreichend?

  Lege vorher fest, wie oft Du etwas kontrollierst, und halte Dich daran.

  Übe Selbstmitgefühl. Niemand ist fehlerfrei, und das ist in Ordnung.

Harte Arbeit und Anstrengung, ohne Fleiss kein Preis

Dieser Antreiber vermittelt die Überzeugung, dass Erfolg nur durch Mühe zählt. Du fühlst Dich oft getrieben, weil Du glaubst, immer mehr leisten zu müssen, um wertvoll zu sein. Was leicht gelingt, erscheint Dir weniger wert.

 

Typische Verhaltensmuster

  Du hast das Gefühl, dass Erfolge nur zählen, wenn Du hart dafür gearbeitet hast.

  Du nimmst Dir oft mehr vor, als in der Zeit realistisch machbar ist.

  Du beginnst viele Dinge gleichzeitig und bringst nicht alle zu Ende.

  Du erzählst anderen eher, wie aufwendig etwas war, als wie gut es geworden ist.

  Du sagst oft «ich versuche es» statt «ich mache es».

 

Deine Stärke

Ausdauer, Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen. Du bleibst dran, wo andere längst aufgegeben haben.

 

Deine Stressfalle

Du verausgabst Dich auch dann, wenn es einfacher ginge. Erfolge ohne Anstrengung fühlen sich für Dich weniger wertvoll an, darum gönnst Du Dir kaum Erholung.

 

Deine Erlaubnis

Ich darf es mir leicht machen. Es darf einfach gehen.

 

Weitere Erlaubnisse, die Du Dir geben darfst

  «Ich darf Dinge mit Leichtigkeit erledigen.»

  «Ich bin auch ohne Anstrengung wertvoll.»

  «Ich darf um Hilfe bitten und delegieren.»

  «Ich tue es nicht für Dich und nicht gegen Dich, ich tue es für mich.»

 

Wie Du den Druck abbaust

  Prüfe bei jeder Aufgabe, ob es auch einen einfacheren Weg gäbe, und nimm ihn bewusst.

  Beende drei angefangene Dinge, bevor Du etwas Neues beginnst.

  Was zählt, ist das Ergebnis. Wenn Du es mit geringem Aufwand erreichst, umso besser.

Tempo und Zeitdruck, keine Zeit verlieren

Dieser Antreiber gibt Dir das Gefühl, ständig unter Zeitdruck zu stehen. Du arbeitest gehetzt, springst von Aufgabe zu Aufgabe und hast das Gefühl, nie genug Zeit zu haben. Diese innere Unruhe führt zu Stress, Flüchtigkeitsfehlern und Überforderung.

 

Typische Verhaltensmuster

  Du bist ungeduldig, wenn etwas nicht schnell genug vorangeht.

  Während einer Tätigkeit denkst Du oft schon an die nächste.

  Du planst Deinen Tag so voll, dass kaum Luft dazwischen bleibt.

  Du erledigst Dinge lieber schnell und dafür etwas ungenauer.

  Auch in der Freizeit hast Du das Gefühl, keine Zeit verlieren zu dürfen.

 

Deine Stärke

Tempo und Effizienz. Du bringst Dinge ins Rollen und erledigst in kurzer Zeit, wofür andere einen halben Tag brauchen.

 

Deine Stressfalle

Dauernde Eile führt zu Hektik, Flüchtigkeitsfehlern und innerer Unruhe. Pausen und Erholung kommen zu kurz, auch dann, wenn gar kein echter Zeitdruck besteht.

 

Deine Erlaubnis

Ich darf mir Zeit nehmen. Ich darf Pausen machen.

 

Weitere Erlaubnisse, die Du Dir geben darfst

  «Ich darf mir Zeit lassen.»

  «Ich darf Aufgaben in meinem Tempo erledigen.»

  «Ich darf es in meinem Rhythmus tun oder lassen.»

 

Wie Du den Druck abbaust

  Plane bewusst Puffer zwischen Deine Termine, mindestens fünfzehn Minuten.

  Erledige eine Sache zu Ende, bevor Du die nächste beginnst.

  Sag Dir innerlich: Ich habe genug Zeit.

Streben nach Harmonie, niemanden enttäuschen

Dieser Antreiber veranlasst Dich, die Bedürfnisse anderer über Deine eigenen zu stellen. Du möchtest von allen gemocht werden und tust Dich schwer damit, Nein zu sagen. Konflikten gehst Du aus dem Weg, um die Harmonie zu bewahren.

 

Typische Verhaltensmuster

  Es fällt Dir schwer, Nein zu sagen, wenn Dich jemand um etwas bittet.

  Du vermeidest Konflikte, auch wenn Dir etwas wichtig wäre.

  Kritik an Deiner Person trifft Dich stark.

  Bevor Du entscheidest, überlegst Du, was andere davon halten.

  Du übernimmst Aufgaben, die nicht Deine wären, um niemanden zu enttäuschen.

 

Deine Stärke

Empathie, Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft. Menschen fühlen sich in Deiner Nähe wohl und vertrauen Dir schnell.

 

Deine Stressfalle

Deine eigenen Bedürfnisse kommen zu kurz. Nein sagen fällt Dir schwer, Kritik trifft Dich hart, und Du übernimmst regelmässig mehr, als Dir gut tut.

 

Deine Erlaubnis

Ich darf Nein sagen. Meine Bedürfnisse zählen genauso.

 

Weitere Erlaubnisse, die Du Dir geben darfst

  «Meine Bedürfnisse und Wünsche sind ebenso wichtig wie die der anderen.»

  «Ich darf mich um mich selbst kümmern.»

  «Ich bin nicht für die Gefühle anderer verantwortlich.»

  «Ich bin nicht immer schuld.»

 

Wie Du den Druck abbaust

  Übe das Nein sagen in kleinen, ungefährlichen Situationen.

  Antworte auf Anfragen nicht sofort, sondern sage: Ich melde mich morgen.

  Mach Dir bewusst, dass Du es nicht allen recht machen kannst, und dass das in Ordnung ist.

Selbstkontrolle zeigen, keine Schwäche zulassen

Dieser Antreiber vermittelt die Überzeugung, dass Du in allen Situationen stark und unerschütterlich sein musst. Gefühle wie Trauer, Angst oder Unsicherheit hältst Du zurück, weil Stärke als oberstes Prinzip gilt. Das führt zu innerem Druck und Einsamkeit, weil Du Dir kaum Unterstützung holst.

 

Typische Verhaltensmuster

  Wenn Dich etwas innerlich beschäftigt, ist das von aussen kaum zu erkennen.

  Um Hilfe zu bitten fällt Dir schwer, Verantwortung teilst Du ungern.

  Du funktionierst weiter, auch wenn Du eigentlich erschöpft bist.

  Du hast das Gefühl, für andere eine Stütze sein zu müssen.

  Körperliche Warnsignale nimmst Du oft erst spät wahr.

 

Deine Stärke

Stabilität, Selbstständigkeit und Ruhe in Krisen. Wenn es darauf ankommt, verlieren andere den Kopf und Du nicht.

 

Deine Stressfalle

Du überhörst Warnsignale und holst Dir zu spät Unterstützung. Gefühle bleiben unausgesprochen, und die Belastung staut sich über lange Zeit auf.

 

Deine Erlaubnis

Ich darf Gefühle zeigen und um Hilfe bitten.

 

Weitere Erlaubnisse, die Du Dir geben darfst

  «Ich darf um Hilfe fragen und sie annehmen.»

  «Ich darf Gefühle haben und sie zeigen.»

  «Ich darf Schwäche zeigen, das macht mich menschlich.»

  «Ich muss nicht immer stark sein.»

 

Wie Du den Druck abbaust

  Überlasse anderen bewusst kleine Aufgaben, auch wenn Du sie selbst schneller erledigen könntest.

  Beantworte die Frage «wie geht es Dir» einmal pro Woche ehrlich, gegenüber einer vertrauten Person.

  Achte auf Deinen Körper. Verspannungen, Schlafprobleme und Gereiztheit sind Warnsignale.

Warum es wichtig ist, Deine Antreiber zu kennen

Die fünf inneren Antreiber sind keine guten oder schlechten Eigenschaften. Sie sind neutrale Kräfte, die Dich unterstützen können, aber ebenso Druck erzeugen. Jeder Antreiber hat eine Stärke, die Dir nützt, und eine Kehrseite, die Dich Energie kostet.


Wenn Du Deine persönlichen Antreiber kennst, kannst Du:

  Stress besser verstehen und abbauen, weil Du erkennst, warum Du in bestimmten Situationen unter Druck gerätst.

  Selbstbewusster handeln, weil Du merkst, wo Du Dich unnötig antreibst.

  Gezielter entscheiden, weil Du weisst, was Dich in den Entscheidungsprozess hineinzieht.

 

Antreiber verschwinden nicht. Aber Du kannst den Druck, den sie erzeugen, deutlich reduzieren, indem Du Dir bewusst die passende Erlaubnis gibst.


Was Du mit Deinem Profil jetzt machst

Dein Antreiber-Profil zeigt Dir, wo Du stehst. Der nächste Schritt ist, aus Erkenntnis Übung zu machen: Wähle eine Erlaubnis, probiere eine der kleinen Techniken zwei Wochen lang aus, dann schaust Du weiter. Deine Gelassenheit wächst nicht durch Wissen, sondern durch Wiederholen.


Wichtiger Hinweis

Wenn Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit seit Wochen anhalten, lass das zusätzlich ärztlich abklären.

Zur Einordnung

Das Antreiber-Modell stammt aus der Transaktionsanalyse und geht auf Taibi Kahler zurück. Fragebogen und Auswertung wurden eigens für antistress.training entwickelt.

Der Fragebogen ist ein Instrument zur Selbstreflexion. Er ist kein wissenschaftlich validierter Test und kein Diagnoseinstrument.